Meine Omma hat’s immer g’sagt, ganz leise, fast wie ein Geheimnis im Wind: „Mei, is des schee.“
Nicht bei Palästen aus Marmor oder Gold, nicht bei’m Glitzer vom neuesten Display – nein, bei’m kleinen, fast Übersehenen:
Bei der verstaubten Blechdose mit Veilchenmuster auf ihrem Küchenbord, bei der einzelnen Gänseblümchen-Kette im Asphalt-Riss vorm Haus, bei der alten Suppenschüssel, die schon drei Generationen Suppe warm hielt und immer noch so treu duftet.
Mei, is des schee, hat sie g’sagt, wenn die Sonne schräg durchs Fenster fiel und ein simpler Schatten tanzte auf der abgewetzten Tischdecke.
Wir rennen durch Pixel und Posts, jagen nach dem nächsten grellen Leuchten, nach Filtern, die perfekt lächeln lehren – und vergessen dabei, dass das Herz manchmal nur ein winziges, unscheinbares Ding braucht, um wieder zu schlagen wie früher.
Ein zerknittertes Foto in der Brieftasche, eine Hand, die ohne Worte drückt, der Geruch von frischem Brot und Holzrauch, ein schiefes Lächeln im strengen Februarlicht.
Deshalb ham ma’s so nötig, diese Bilder, die net schreien, die net perfekt posen, die einfach nur da sind – leise, warm, ehrlich.
Weil in all dem Lärm der Welt manchmal genau des braucht, was Omma g’sehn hat:
Mei, is des schee.
Und plötzlich is alles a bisserl leichter.
Und wenn du genau hinschaust, findest du’s vielleicht auch – genau da, wo’s keiner erwartet. 😊